Ergonomischer Garten
damit Gärtnern wieder Spaß macht
damit Gärtnern wieder Spaß macht

Der Winter ist da, und für Gartenfreunde bedeutet das nicht nur eine Ruhezeit für Pflanzen, sondern dadurch auch die perfekte Gelegenheit für einen sorgfältigen und gründlichen Gehölzschnitt.
Doch für Menschen mit Rückenbeschwerden kann diese Aktivität eine echte Herausforderung darstellen. Keine Sorge, in diesem Artikel stellen wir verlässliche Tipps und Tricks vor, um den Gehölzschnitt im Winter möglichst rückenschonend zu gestalten. Damit können Sie Ihre Gehölze pflegen, ohne Ihre eigene Rückengesundheit weiter zu gefährden. Denn gerade in der kalten Jahreszeit ist die Pflege unseres Gartens essentiell – und einfach: mit den richtigen Tipps und Werkzeugen.
Bevor wir zu den praktischen Tipps übergehen, werfen wir einen kurzen Blick auf die Bedeutung des Gehölzschnitts im Winter. Winterlicher Gehölzschnitt fördert nicht nur das Wachstum gesunder Pflanzen, sondern ermöglicht es auch, Krankheiten vorzubeugen, die Form der Gehölze zu erhalten oder auch Gehölze wie Hecken oder Bäume komplett aus dem Garten zu entfernen.
Der Winter ist die optimale Zeit, um Sträucher und Bäume zu schneiden, da sich die Pflanzen jetzt in einer Ruhephase befinden. Die Pflanzen haben sich im Herbst auf den Winter vorbereitet, Blätter abgeworfen und die Pflanzensäfte in die innersten Bereiche und unter die Erde in ihre Wurzeln oder Speicherorgane verlagert. Dort sind sie vor Frost, Stürmen und der schweren Schneelast sicher. In den Ästen und Zweigen befinden sich also gerade wenig Pflanzensäfte und sie sind jetzt deshalb bestens dazu geeignet, störende oder nicht gewollte Äste zu entfernen.
Beginnen wir mit den wichtigsten Grundlagen – den Werkzeugen. Die Auswahl rückenschonender Geräte ist entscheidend, um Belastungen am Bewegungsapparat zu minimieren. Investieren Sie in jedem Fall in Werkzeuge mit rutschfesten Griffen und verstellbaren (Teleskop-)Stielen, um eine aufrechte Haltung beim Arbeiten zu fördern. Längere Stiele ermöglichen es Ihnen, die Arbeit in einer aufrechten Position zu erledigen, was auch den Druck auf Ihren Rücken reduziert.
Denken Sie auch an den Einsatz von leichteren Elektrogeräten wie elektrischen Heckenscheren, um die manuelle Belastung zu minimieren. Sie werden überrascht sein, wie viel einfacher und rückenschonender der Gehölzschnitt mit den richtigen Werkzeugen sein kann. Eine weitere Unterstützung können Akku-Gürtel sein, die es ermöglichen, die Akkus direkt am Körper zu tragen. So müssen sie nicht am Gerät, und somit mit jedem Arbeitsschritt, mitgetragen werden.
Die Wahl der richtigen Werkzeuge ist nur der erste Schritt. Ihre Körperhaltung spielt eine entscheidende Rolle bei der Vermeidung von Rückenschmerzen. Achten Sie darauf, Ihre Beine leicht gebeugt zu halten und den Rücken nicht zu krümmen, ihn also möglichst gerade zu halten. Arbeiten Sie in einer angenehmen Arbeitshöhe, um übermäßiges Bücken oder Strecken zu verhindern. Stabile Leitern oder Podeste erleichtern das Erreichen von höher gelegenen Ästen, für die man sich ansonsten stark strecken oder verbiegen müsste.
Versuchen Sie auch, einseitige Belastungen zu vermeiden, um Überlastungen eines einzelnen Körperbereichs zu vermeiden. Abwechseln der Tätigkeiten oder ein Seitenwechsel der Werkzeuge können hier auch helfen.
Ein guter Tipp ist es, kleine Pausen einzulegen und sich zwischendurch zu dehnen und der beanspruchten Muskulatur eine Verschnaufpause zu gönnen. Das lockert die Muskeln und beugt Verspannungen vor. Vergessen Sie dabei nicht, sich regelmäßig zwischendurch zu strecken und auch mal tief durchzuatmen, um die Muskulatur zu entspannen.
Die Prävention von Rückenbeschwerden beginnt nicht erst während des Gehölzschnitts, sondern bereits vorher – in Ihrem Alltag. Stärken Sie Ihre Rückenmuskulatur durch regelmäßige Übungen und Stretching-Routinen.
Bevor Sie in den Garten gehen, nehmen Sie sich Zeit für gezielte Aufwärm- und Dehnübungen, um Ihren Rücken auf die kommende Belastung vorzubereiten und die Muskeln etwas auf „Betriesbtemperatur“ zu bringen.
Nach getaner Arbeit ist es ebenso wichtig, Ihrem Rücken etwas Aufmerksamkeit zu schenken. Ein warmes Bad, leichte Rückenmassagen oder Yoga und Stretching können hier Wunder wirken. Denken Sie daran, dass ihre eigene Pflege genauso wichtig ist wie die Pflege Ihres Gartens.
Ein gesunder, gestärkter Rücken ist die beste Möglichkeit, Belastungen während der Gartenarbeit entgegenzuwirken.
Nicht nur die richtige Technik ist entscheidend, sondern auch die gut durchdachte Planung und eine effiziente Organisation Ihrer Gartenarbeit. Teilen Sie den Gehölzschnitt in kleinere Arbeitsabschnitte auf, um sich zwischendurch etwas zu erholen. Setzen Sie sich klare Ziele, die Sie auch umsetzen können. Das verhindert Überlastungen und ermöglicht es Ihnen, die Arbeit besser zu kontrollieren. Sie selbst kennen sich am besten, und können selbst am besten einschätzen, was sie sich zumuten können.
Verwenden Sie Hilfsmittel wie Schubkarren, Wagen oder Karren, um schwere Lasten zu transportieren und damit den Rücken zu entlasten. Eine sorgfältige Planung reduziert nicht nur die körperliche Belastung, sondern macht den Garten auch langfristig leichter handhabbar.
Berücksichtigen Sie zudem die Wetterbedingungen. Ein rutschiger Untergrund kann das Verletzungsrisiko erhöhen. Warten Sie gegebenenfalls auf einen trockenen Tag, um sicherzustellen, dass Sie sich auf festem Boden bewegen können. Die wenigsten von uns wollen gerne in Matsch und Dreck arbeiten.

Es gibt 2 verschiedene Möglichkeiten, ihre Gehölze zu schneiden: Form- und Pflegeschnitte und stärkere Rückschnitte.
Form- und Pflegeschnitte sind theoretisch das ganze Jahr über möglich, hier gilt es die Vorschriften des jeweiligen Bundeslandes oder Ihrer Kommune zu prüfen und zu beachten.
Stärke Rückschnitte ins tiefere Holz, auf den Stock setzen oder Gehölze ganz zu entfernen, sind laut §39 Absatz 5 des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) nur
zwischen
1. Oktober bis 28. Februar
erlaubt.
Grund hierfür ist der Vogelschutz, so dass keine Störungen bei Nestbau oder Brut für die geflügelten Gartenbewohner entstehen.
Vorsicht: es können zum Teil empfindliche Strafen drohen, werden Hecken zwischen 1. März und 30. September entfernt oder in dieser Zeit Gehölze auf den Stock gesetzt.

Grundsätzlich sollen Sie jedoch vor jedem Schnitt, also vor beiden Schnittarten (Pflege- und kompletter Rückschnitt), immer kontrollieren, ob sich Vögel, Kleintiere oder sonstige Lebewesen im zu schneidenden Gehölz befinden, um deren Störung oder Gefährdung auszuschließen.
Möchte man bei manchem Gärtner noch die entsprechenden Mondphasen einbeziehen, lohnt sich auch hier ein Blick auf den genauen Zeitpunkt des Gehölzschnittes.
Abschließend ist es wichtig, einige Sicherheitshinweise zu beachten. Personen mit Rückenbeschwerden sollten vor Beginn von schwereren Gartenarbeiten immer ihren Arzt konsultieren. Mit ihm können Sie am besten abklären, welche Arbeiten für Sie noch möglich und sinnvoll sind. Er hat auch weitere Tipps und Empfehlungen parat, um Sie sicher und verletztungsfrei durch die Gartenarbeit zu geleiten.
Grundsätzlich sollte bei jeder Gartenarbeit gelten:
Tragen Sie während der Arbeit im Garten immer geeignete Kleidung und vor allem festes und stabiles Schuhwerk, um das Verletzungsrisiko zu minimieren.
Denken Sie daran, sich bei Bedarf Hilfe und Unterstützung zu holen, und zögern Sie nicht, Pausen einzulegen, wenn Sie erste Ermüdungserscheinungen spüren. Stehen Ihnen keine hilfsbereiten Familienmitglieder, Freunde oder Nachbarn zur Seite, gibt es im Internet entsprechende Seiten, die Gartenhilfen vermitteln. Auch ein Garten- und Landschaftsbaubetrieb ihres Vertrauens freut sich über einen Anruf und unterstützt Sie immer gerne.
Achten Sie bei allen Arbeiten im Garten darauf, Ihre (körperlichen) Grenzen zu respektieren. Ihre Sicherheit und Gesundheit steht immer an erster Stelle!
Der rückenschonende Gehölzschnitt im Winter ist keine unlösbare Aufgabe. Mit den richtigen Werkzeugen, der richtigen Körperhaltung dabei, genug Pausen und einer sorgfältigen Planung können Menschen mit Rückenbeschwerden aktiv im Garten sein, ohne ihre Gesundheit weiter zu beieinträchtigen.
Denken Sie daran, dass Selbstfürsorge genauso wichtig ist wie die Pflege Ihres Gartens. Wir hoffen, die hier vorgestellten Tipps und Tricks helfen Ihnen dabei, den Winter für den wichtigen Gehölzschnitt nutzen, um Ihren Garten im Frühling in voller Pracht erblühen und gedeihen zu lassen – und das ganz ohne weitere Rückenschmerzen.
In diesem Sinne wünschen wir Ihnen einen gesunden, aktiven und angenehmen Winter im Garten!
Danke für die guten Tipps. Ich habe eine Akku-Astsäge, die mir aber mit Batterie zu schwer ist. Ich habe zwar keine Rückenschmerzen, dafür aber sehr schmerzhafte Arthritis. Jetzt habe ich etwas von Gürtel gelesen, an die man die Akkus hängen kann. Gibt es dazu genauere Informationen? Danke!
Hallo,
freut uns, dass die Tipps und Tricks weiterhelfen!
Ja, es gibt sogenannte Akku-Gürtel, die es ermöglichen, die teilweise etwas schwereren Akkus direkt am Körper zu tragen. Dadurch werden die Handgelenkte entlastet, weil das Gewicht der Akkus nicht mehr bei jeder Bewegung mitgetragen werden muss. Wir werden demnächst einen Beitrag dazu verfassen 😉